Das Stuntgewerbe bildet für die Ausbildungsbereiche den roten Faden, an dem sich der Ausbildungsplan und die Anforderungen orientieren. Für den Beruf des Stuntman sind Kenntnisse aus unterschiedlichsten Berufsfeldern erforderlich. Der unmittelbare Bezug und die Verflechtung der verschiedenen Bereiche zum Stuntgewerbe kann dabei nur über einen Stuntmanausbilder vermittelt werden.
Technik: hier geht es um die Vermittlung von Grundkenntnissen aus den Bereichen Holz, Metall, KFZ und Elektronik. Stuntmen müssen sich zudem detailliert im Bereich von Ton- und Filmtechnik auskennen und in der Lage sein, kleinere Bühnenbauten selbst umzusetzen. Ob Allrounder oder Spezialist: Stuntprofis brauchen Kenntnisse über die verwendeten Materialien und Geräte, die bei der jeweiligen Szene eingesetzt werden.
Sport: sportliche Erfahrung (z.B. Trampolin, Turnen, Kampfsport, Motorsport) körperliche Fitness, eine belastbare Konstitution und auch gute Seh- und Hörfähigkeit sind allgemeine Vorraussetzungen, die von einem Stuntman erwartet werden. Insofern spielt im Unterrichtsalltag der Sport eine herausragende Rolle.
Sicherheitskenntnisse: auch das ist täglicher Unterrichtsinhalt. Risikoverhalten oder Leichtsinn werden nicht geduldet. Stattdessen werden gefördert: Ruhe, Ausgeglichenheit, Gelassenheit, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit.
Allgemeinbildung: Hier steht im Vordergrund, die schon häufig vergessenen Kulturtechniken wieder hervorzukehren und die Lust am Lernen und der Weiterqualifikation zu wecken. Um hier einen realen Bezug auf „das wirkliche Leben“ zu schaffen haben die Teilnehmenden täglich die Möglichkeit die verschiedenen Rollenbilder (männlich/weiblich) durch das anleitende Personal als Vorbildverhalten zu erfahren. Dabei wird schwerpunktmäßig der Bezug zum Stunt, zu dem gerade laufenden Projekt oder der Show hergestellt. Der allgemeinbildende Unterricht und die Berufseignungsfeststellung wird ergänzend von den sozialpädagogischen Fachkräften durchgeführt.
Zur Gewährleistung der Durchführung der genannten Ausbildungsinhalte schafft das anleitende Personal einen strukturierten Alltag mit immer wiederkehrenden Ritualen. So wurde z.B. mit der sogenannten „Meckerrunde“ ein wöchentlich wiederkehrendes Ritual eingeführt, in der Konfliktstrategien erörtert und geübt werden. Zur Alltagsstrukturierung gehören auch die Pausenzeiten, bei der die Mittagspause eine besondere Rolle spielt, da hier die Möglichkeit besteht, in der vorhandenen Küche eine gemeinsame Mahlzeit zu sich zu nehmen.
Die Teilnehmenden sind während der Ausbildung Teilzeit beschäftigt. Der Wochenplan umfasst insgesamt ca. 30 Stunden. Die Inhalte der Ausbildung zum Stuntman orientieren sich an den Vorgaben der European Stuntman Association.
Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in der Stuntschule ausgebildet werden, bedürfen und erhalten sozialpädagogische Betreuung. Neben den oben schon erwähnten Aufgaben der sozialpädagogischen Fachkräfte (Berufseignungstests, allgemeinbildender Unterricht und Beteiligung bei der Programmgestaltung) sind die vorrangigen Aufgaben in der Gewährleistung einer qualifizierten laufenden Begleitung der jungen Menschen in allen Lebensbereichen zu sehen, die im Rahmen der Förderplanung festgelegt wurden. Dabei geht es um die Klärung und Regulierung persönlicher Probleme (z.B. familiäre Situation, Wohnsituation, Finanzen, Sucht etc.).
Förderplangespräche finden regelmäßig nach Absprache mit den entsendenden Arbeitsvermittlern der ARGE statt. Zu den Förderplangesprächen werden die von der Stuntschule erstellten Kurzberichte (Entwicklungsberichte) herangezogen. Diese enthalten Aussagen über die Entwicklung des Jugendlichen, über die Realisierung des Förderplanes und die nächsten Förderziele.